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Illegales Casino in AT – EU-Kommission spricht Machtwort

Brüssel – Die Europäische Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Malta eingeleitet. Grund ist das systematische Vorgehen maltesischer Gerichte, ausländische Urteile gegen Glücksspielunternehmen mit Sitz auf der Insel nicht anzuerkennen. Dies stelle einen klaren Verstoß gegen EU-Recht dar – konkret gegen die Verordnung (EU) Nr. 1215/2012 über die gerichtliche Zuständigkeit sowie die Anerkennung und Vollstreckung zivil- und handelsrechtlicher Entscheidungen.

Kritik an Schutzmechanismen für Glücksspielanbieter

Nach Ansicht der Kommission setzt Malta die sogenannte „öffentliche Ordnung“ als Ablehnungsgrund überproportional ein – und schützt damit gezielt seine florierende Glücksspielbranche, die etwa 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Besonders problematisch sei das im Jahr 2023 eingeführte Gesetz „Bill 55“, das maltesischen Gerichten ausdrücklich untersagt, ausländische Urteile gegen in Malta lizenzierte Glücksspielunternehmen zu vollstrecken. Die Kommission sieht darin einen klaren Verstoß gegen das europäische Primärrecht und eine ernsthafte Gefährdung des gegenseitigen rechtlichen Vertrauens innerhalb der EU.

Kooperationsverweigerung bei Zustellungen

Ein weiterer Streitpunkt: Trotz internationaler Abkommen wie dem Haager Zustellungsübereinkommen bleiben zahlreiche Klagen gegen maltesische Glücksspielanbieter bis heute unbeantwortet – weil sie schlichtweg nie zugestellt wurden. Die Kommission vermutet, dass maltesische Behörden die Zustellung absichtlich verzögern oder blockieren, um die Unternehmen vor gerichtlicher Verfolgung aus dem EU-Ausland zu schützen.

Zweifel an Rechtsstaatlichkeit innerhalb der EU

Der Fall Malta wirft grundsätzliche Fragen zur Rechtsstaatlichkeit innerhalb der Europäischen Union auf. Dass nationale Gesetze wie Bill 55 europäisches Recht aushebeln könnten, sorgt in Brüssel für Alarm. Die Kommission hat Malta nun mit einem offiziellen Aufforderungsschreiben zur Einhaltung der EU-Vorschriften aufgefordert. Binnen zwei Monaten muss die Regierung reagieren – ansonsten droht eine begründete Stellungnahme und im nächsten Schritt eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.

Politische Spannungen verschärfen sich

Auch auf diplomatischer Ebene ist das Thema brisant. Bei einem Treffen in Wien verteidigte Maltas Premierminister Robert Abela das umstrittene Gesetz gegenüber dem damaligen österreichischen Bundeskanzler Karl Nehammer. Die maltesische Regierung sowie die Regulierungsbehörde Malta Gaming Authority (MGA) beharren darauf, dass Bill 55 EU-konform sei und keine pauschale Ablehnung ausländischer Urteile bedeute.

Gleichzeitig wächst der politische Druck. Der maltesische Europaabgeordnete Peter Agius (EVP) forderte öffentlich Nachbesserungen, um ernsthafte Konsequenzen auf europäischer Ebene zu verhindern. Auslöser für das Verfahren waren Beschwerden aus Österreich und Deutschland, in denen Malta gezielte Behinderung der Rechtsdurchsetzung vorgeworfen wird. Zwei Gerichtsurteile aus Malta bestätigten zuletzt, dass selbst eindeutige Urteile ausländischer Gerichte gegen Online-Casinos auf der Insel nicht durchgesetzt werden können – auch nicht bei Rückforderungen aus Spielverlusten.

Rechtsweg für geschädigte Spielerinnen und Spieler

Für Betroffene besteht dennoch Hoffnung: Spezialisierte Anwälte und Prozessfinanzierer wie meinprozess.com setzen sich für geschädigte Spieler*innen ein, die in Online-Casinos – darunter auch Krypto-Casinos – Geld verloren haben. Viele dieser Anbieter operieren ohne gültige Lizenz für den österreichischen oder deutschen Markt, sowohl in Malta als auch in Curacao.

„Einzelpersonen stehen meist vor unüberwindbaren Hürden. Ohne finanzielle Unterstützung ist eine Klage kaum möglich“, erklärt meinprozess.com-Geschäftsführer Ing. Ronald Mechtler, BA, MBA. Sein Unternehmen prüft kostenlos die Erfolgsaussichten von Rückforderungsansprüchen und übernimmt im Erfolgsfall die Finanzierung der Klage – inklusive möglicher Zwangsvollstreckung.

So funktioniert der Rückforderungsprozess bei meinprozess.com:

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Fazit: Der Konflikt zwischen Malta und der EU zeigt, wie nationale Interessen mit europäischem Recht kollidieren können – mit direkten Folgen für Betroffene. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Malta seine Haltung anpasst oder auf Konfrontationskurs bleibt.

Quelle:
Europäische Kommission – Vertragsverletzungsverfahren im Juni 2025

Weitere Infos unter: „Malta im Visier der EU-Kommission: Illegales Online-Glücksspiel auf dem Prüfstand“


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