Symbolbild Börsengang und Online-Casino, ein modernes Bürogebäude mit Glasfassade bei Nacht, im Vordergrund angedeutete Casino-Elemente wie Spielchips und ein Roulettekessel im warmen Licht.

R. M. Prozessfinanzierung GmbH

Bisher ging es in unserer Reihe vor allem um internationale Konzerne aus England, Malta oder Gibraltar. Diesmal sehen wir uns einen Anbieter an, der seine Wurzeln in Österreich hat und dessen Geschichte besonders deutlich macht, wie sehr die Rückforderung von Casinoverlusten die Branche verändert hat.

Von Wels an die Frankfurter Börse

bet-at-home wurde 1999 von Jochen Dickinger und Franz Ömer im oberösterreichischen Wels gegründet. Im März 2000 ging die Plattform online, zunächst ausschließlich mit Sportwetten. 2004 wandelten die Gründer das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um und brachten es an die Frankfurter Wertpapierbörse. In den Jahren danach kam ein Online-Casino hinzu, und der französische Konzern Betclic, der heute zur Banijay Group gehört, übernahm die Mehrheit. Anfang 2026 zog sich Banijay wieder zurück, und mit Franz Ömer und Stefan Sulzbacher übernahmen zwei Brancheninsider die Führung. Der Sitz der börsennotierten Gesellschaft liegt heute in Düsseldorf.

Warum das Österreich-Casino 2021 geschlossen wurde

Über viele Jahre war das Online-Casino in Österreich das ertragsstärkste Geschäft des Konzerns. Betrieben wurde es nicht aus Österreich, sondern über eine maltesische Tochter, die bet-at-home.com Entertainment Ltd., mit einer Lizenz der maltesischen Behörde. Eine österreichische Konzession besaß diese Gesellschaft nicht. Ab dem Jahr 2020 klagten immer mehr Spieler ihre Casinoverluste ein, und die Gerichte gaben ihnen recht. Im Oktober 2021 stellte bet-at-home das Online-Casino in Österreich vollständig ein. Wenige Wochen später, im Dezember 2021, wurde über die maltesische Tochtergesellschaft ein Liquidationsverfahren eröffnet.

Was der Oberste Gerichtshof 2024 entschied

Mit der Liquidation der Betreibergesellschaft schien die Rückforderung für viele Betroffene erschwert, denn eine zahlungsunfähige Gesellschaft kann kein Geld auszahlen. Genau an diesem Punkt fiel 2024 eine wichtige Entscheidung. Der Oberste Gerichtshof befasste sich mit der Frage, ob eine andere Gesellschaft desselben Konzerns für die Verluste mithaftet. Im Verfahren ging es um eine aktive Schwestergesellschaft, die bet-at-home.com Internet Ltd., die unter derselben Marke und mit derselben technischen Infrastruktur auftrat. Der Gerichtshof bejahte eine Haftung dieser Schwestergesellschaft. Damit hängt die Rückforderung nicht mehr allein an der insolventen Betreibergesellschaft.

Warum bet-at-home-Casinoverluste rückforderbar sind

Wie bei allen Anbietern unterscheidet das österreichische Recht streng zwischen Sportwette und Casino. Für Sportwetten ist keine Glücksspielkonzession nötig, sie bleiben hier außen vor. Das Online-Casino dagegen, also Automatenspiele und Tischspiele, ist konzessionspflichtig. Da bet-at-home in Österreich nie eine Konzession hatte, war der Spielvertrag über das Casino nach der Linie des Obersten Gerichtshofs nichtig. Die Einsätze wurden damit ohne gültige Grundlage kassiert, und verlorene Casinobeträge lassen sich grundsätzlich zurückfordern, je nach Fall über viele Jahre zurück.

Wie wir einen bet-at-home-Fall einschätzen

Der Fall bet-at-home ist juristisch besonders, weil die ursprüngliche Betreibergesellschaft in Liquidation ist. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Haftung der Schwestergesellschaft hat die Lage für Betroffene aber deutlich verbessert. Offen bleibt, wie schnell sich ein Urteil gegen eine Gesellschaft mit Sitz auf Malta durchsetzen lässt, denn Malta versucht mit der sogenannten Bill 55, die Vollstreckung ausländischer Urteile zu erschweren. Ob das mit dem europäischen Recht vereinbar ist, prüft derzeit der Europäische Gerichtshof. Warum die Durchsetzbarkeit über den Erfolg einer Rückforderung entscheidet, erklären wir im Beitrag Warum manche Online-Casinos praktisch nicht klagbar sind. Ihre Casinoverluste bei bet-at-home prüfen wir kostenlos und unverbindlich. Wie eine Zusammenarbeit abläuft, lesen Sie auf der Seite Online-Casino und Glücksspiel.

So gehen wir vor

Die Prüfung Ihres Falls ist kostenlos. Das Verfahren gegen den Anbieter führen kooperierende Rechtsanwälte auf unsere Kosten, ein Anwaltsvorschuss fällt für Sie nicht an. Im Erfolgsfall behält die R. M. Prozessfinanzierung GmbH ab 35 Prozent des erstrittenen Betrags ein, der übrige Betrag wird an Sie ausgezahlt. Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist, dass Sie das Spielen bei diesen Anbietern einstellen. Mehr dazu auf der Seite Online-Casino und Glücksspiel.

Spielerschutz und Hilfe

Wenn Sie das Gefühl haben, das eigene Spielverhalten nicht mehr unter Kontrolle zu haben, finden Sie unter den Hilfsangeboten des Bundesministeriums für Finanzen anonyme Beratung und konkrete Anlaufstellen. Diese Hilfe ist unabhängig von einer Rückforderung.

Hinweis

Die Angaben zu Unternehmen, Marken und Zahlen in diesem Beitrag stammen aus öffentlich zugänglicher Internetrecherche. Für ihre Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen wir keine Gewähr.

Quellen

  • bet-at-home.com AG, Unternehmens- und Finanzangaben (Geschäftsberichte), bet-at-home.ag
  • Malta Gaming Authority, Lizenzregister (bet-at-home-Gesellschaften)
  • Oberster Gerichtshof, Entscheidung zur Haftung bei Mitbetrieb einer Glücksspiel-Website, 2024
  • Vereinbarkeit der maltesischen Bill 55 mit dem Unionsrecht · Europäischer Gerichtshof · C-683/24

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